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Zur Geschichte von Gut Bendeleben

um das Jahr 1000
Um das Tal landwirtschaftlich nutzbar zu machen, legten Mönche aus Göllingen Teiche an und nutzten den natürlichen Wasserfluß von Westen nach Osten. Daher rührt die gestreckte Form des Gutes von Westen nach Osten.

1764
Beginn des Baus des Gutshofes in seiner jetzigen Form und Ausprägung.

1848
Der von Tod von Johann Jacob Freiherr von Uckermann (III) führt zur Erbteilung und dem Verkauf des Gutes an den Kaufmann Wilhelm Hugo Krause aus Braunschweig (1852 in den erblichen Adelsstand erhoben).

1860/61
Bau des neuen Schlosses westlich des Gutshofes.

1874
Der Sohn des Wilhelm v. Krause, Hugo v. Krause (Diplomat), stirbt in London nach einem Reitunfall und hinterlässt einen drei Monate alten Sohn – Wilhelm v. Krause. Seine Witwe Hilda, geb. v. Bunsen, heiratet 1877 einen Freund ihres ersten Mannes, den Bankier in Köln und London Adolph v. Deichmann. Hilda von Deichmann führt den Betrieb des Gutes Bendeleben bis zur Rückkehr ihres Sohnes Wilhelm v. Krause aus dem Ersten Weltkrieg 1920.

1921
Wilhelm v. Krause heiratet die verwitwete Franziska Fürstin v. Lieven, die mit ihrer Tochter aus erster Ehe Alexandra v. Oelsen (geb. 1905) aus dem Baltikum als Flüchtling nach Bendeleben kommt. Alexandra wird später von ihrem Stiefvater als Erbin von Bendeleben adoptiert.

1920-26
Die Gutsverwaltung liegt in den Händen von Amtmann Schulz bei dem Alexandra in Lehre geht.

1926
Administrator Max Hansen übernimmt die Gutsverwaltung. Unter seiner Leitung wird das Gut Bendeleben in vielen Sparten zum Musterbetrieb. So z.B. in der Saatzucht, wo unter der Leitung von Alexandra, und ab 1935 unter Claus von Kursell die Luzerne-Saatzucht gepflegt wird und eine Sorte entwickelt wird, die noch bis 1990 als „Arnim-Luzerne Luna“ Sortenschutz genießt.

1933
Alexandra v. Oelsen heiratet nach Landwirtschaftsstudium in Jena und Abschluss als Saatzuchtleiterin Hermann Graf v. Arnim-Muskau, Hochzeit in Bendeleben.

1945
Flucht von Alexandra und Hermann Graf v. Arnim-Muskau von Bendeleben nach München.

1946
Wilhelm v. Krause wird entschädigungslos enteignet. Gut Bendeleben (630ha) wird zum Teil zu einem volkseigenen Gut (535ha) und zum Teil im Rahmen der sogenannten Bodenreform aufgesiedelt (95ha).

1953-81
Saatzucht unter Leitung von Edmund Werner, danach bis 1991 Dr. Wilfried Neumerkel.
Der Landwirtschaftsbetrieb, als Zweigbetrieb des VEG Wasserthalleben, stellt in den 60er Jahren die Haltung von Milchkühen und Schweinen ein, Schafzucht läuft weiter. 1968 Beginn einer Broilermast.

1991
Nach der Wende holen Claus Werner und Eugen Schenk Alexandra Gräfin von Arnim im Alter von 86 Jahren als Alteigentümerin und Wiedereinrichterin nach Bendeleben. Gemeinsam mit ihrem Neffen und Adoptivsohn Thomas Graf von Arnim trägt sie den Neuaufbau des Gutes – ab Juli 1995 unter alleiniger Leitung von Claus Werner - beginnend mit der Pachtung der Flächen des ehemaligen VEG (460 ha).
Das gemeinsame Ziel ist das Anknüpfen an die sehr erfolgreiche, landwirtschaftliche Vorkriegs-Tradition eines vorbildlichen Betriebes mit moderner Technik.

1992
Beginn eines Zuchtbetriebes für die Fleischrinderrasse Charolais im Zuge der Einstellung der Schafzuchts.

1992
Einweihung der Gedenktafel für Max Hansen durch Alexandra Gräfin von Arnim.

1999
Übernahme des Hopfenfeldes im benachbarten Rottleben.

1999
Tod von Alexandra Gräfin v. Arnim.

2002
Für die Renovierung der Gutsanlage übernimmt Sabine Gräfin von Arnim (Ehefrau von Thomas) die Verantwortung und Leitung der Bauarbeiten.

2006
Bezugsfertiger Abschluss der Renovierung des Uckermann'schen Schloßes mit vier Mietwohnungen, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen sowie Büros.

2012
Für die Restaurierung der großen barocken Hofgebäude erhält Sabine Gräfin von Arnim den Thüringer Denkmalpreis. Felix Graf von Arnim (jüngster Sohn von Thomas) übernimmt nach agrarwissenschaftlichem Studium und BWL-Master (MBA) Aufgaben zur Unterstützung seines Vaters in Führungsfunktionen.